Was hilft, die Stärken im Team zur Entfaltung zu bringen?

Wie bereiten Sie den Boden für Ihr Team? Verlassen Sie sich auf bewährte, effiziente Methoden oder investieren Sie mühsamere, langfristig wirkende Verbesserungen?

Bio-Langzeitdünger fürs Team

Gartenarbeit scheint meine Kreativität an ganz anderer Stelle zu fördern. Ich setze gerade meine Komposthaufen um und überlege, wo der reife Kompost am dringendsten benötigt wird. Brauchen die Starkzehrer im Gemüsegarten diese Extraportion Dünger oder die Pfingstrosen, damit sie große Blüten hervorbringen? Dabei kommt mir die Idee, dass Aufmerksamkeit, Gleichheit, Gelassenheit, Wertschätzung in Teams wie natürlicher Dünger im Garten wirken. Sie helfen langsam und stetig bei der Entfaltung menschlicher Blüten.
Wir leben mit meinen Eltern in einem Zweifamilienhaus. Mein Vater pflegt schon immer gern den Garten, mäht jede Woche den Rasen, sich selbst zur Freude und für die Fußball spielenden Enkelkinder. Dass er dabei schnellwirkenden Kunstdünger verwendet, ist schon immer ein Thema gewesen für mich. Auge in Auge mit den großen Bedrohungen der Menschheit, dem Artensterben und dem Klimawandel, bin ich nun nicht mehr bereit, das hinzunehmen und suche das Gespräch mit ihm.

Seit meinem Gemüsegartenprojekt 2021 versuche ich, aus allem organischen Material Kompost herzustellen. Nichts anderes brauchen Gemüsepflanzen und Blumen. Wie in vielen Teams steht daher auch in meinem Garten der Generationenwechsel an: Statt „Blaukorn“ soll Kompost als Bio-Langzeitdünger die Pflanzen nähren, die uns erfreuen und ernähren.

Kräfte zehrende Team-Arbeit

Wahrscheinlich haben Sie es schon erfahren: Zusammenarbeit im Team kann richtig Laune machen und Spitzenergebnisse hervorbringen. Sie kann aber auch nerven und Kräfte verzehren. Dann bleiben die Teammitglieder schnell unter ihren Möglichkeiten. Gut gemachte Team-Workshops können da sehr hilfreich sein. Manchmal fehlt hierfür aber die Zeit. Manchmal hapert es auch am Vertrauen in solche Formate. Und wenn der Anschluss vom Workshop in den Team-Alltag nicht gefunden wird, verpufft die Dynamik schnell.

Transforming Meetings® als Bio-Langzeitdünger

Ganz einfach lassen sich hingegen mit Transforming Meetings® die Beziehungen und die Arbeitsweise im Team verbessern. Sie verbinden die zehn Komponenten eines Denkraums nach Nancy Kline zu einem Besprechungsformat.

Positive Eröffnungsrunden

So gestaltete Teamtreffen beginnen stets mit positiv ausgerichteten Eröffnungsrunden. Häufig erfahren hier die Team-Mitglieder direkt oder indirekt etwas, was sie noch nicht voneinander wussten. Das bietet Anknüpfungspunkte zu beziehungsfördernden Teeküchengesprächen. Eröffnungsfragen können sein: „Über welche Kleinigkeit habt ihr euch in der letzten Woche besonders gefreut?“, „Was lief für dich gut im Team seit dem letzten Treffen?“

Denkpaare und Dialoge

Tagesordnungspunkte werden als Fragen formuliert und auf verschiedene Weisen besprochen.
In Denkpaaren denken zwei Leute je 5 oder 10 Minuten nacheinander ganz frei über die gemeinsame Frage nach. Wer zuhört konzentriert seine ganze Aufmerksamkeit auf das, was die denkende Person gerade denkt. Das kann gut gelingen, weil klar ist, dass die eigenen Gedanken hinterher ebenfalls ganz frei fließen dürfen und nicht an denen des Denkpartners anknüpfen müssen. Festes Bestandteil eines Denkpaars ist am Ende die gegenseitige Wertschätzung. Die Wahrnehmung einer Facette des Gegenübers, die in ihrem Denken aufblitzt und die auf eine Eigenschaft hinweist, die man am anderen schätzt ist der erste Schritt. Dies der anderen Person mitzuteilen ist der zweite. Die einzig erlaubte Antwort „Danke“ bildet den Abschluss des ersten Teils. Natürlich geschieht dies in Gegenseitigkeit.
In Dialogen denken zwei Leute im Wechsel über die gemeinsame Frage nach. Sie schenken auch hier dem Gegenüber ihre ganze Aufmerksamkeit, weil sie darauf vertrauen können, dass ihnen schon gute Gedanken kommen werden, wenn sie dran sind. Dran ist man, wenn die andere Person signalisiert hat, dass ihre Gedankenwelle zuende ist.

Und immer wieder Runden

Kehren alle Teammitglieder aus diesen kleinen Gruppen zurück, schließt sich stets eine Runde der aktuellsten, frischesten Gedanken zur Frage an.
Abgeschlossen wird ein TOP mit Notizen zu weiter erforderlichen Maßnahmen und nächsten Schritten, auch das in Runden zusammengetragen.

Offene Diskussionen

Bei komplexeren Fragen oder bei großer Meinungsvielfalt kann im Format „Offene Diskussion“ gemeinsam weitergedacht werden. Für eine vereinbarte Zeit geben alle ihre Gedanken in die gemeinsame Mitte, als wollte ein Mosaik entstehen. Es gibt keine Reihenfolge mehr, stattdessen die „magische Sekunde“ nach der Denkwelle eines Teammitglieds: Jede Person prüft, ob ihr aktueller Gedanke das Mosaik bereichern wird oder vielleicht nicht. Wenn nicht, braucht er auch nicht in die Mitte gelegt zu werden. Andere Gedanken werden folgen.

Wertschätzung am Ende

Am Ende der Besprechung gibt es eine Abschlussrunde zur Frage „Was war heute gut für dich an diesem Treffen?“ Hier hat Sachliches Raum, aber auch Atmosphärisches.

Probieren Sie es aus: Die Vertraulichkeit der Denkpaare, die Kreativität der Dialoge und offenen Diskussionen, die Gleichheit der Runden und die Gelassenheit, in der dies alles geschehen und wachsen darf, sind ein natürlicher Langzeitdünger. Sie geben stetig Nährstoffe ab und helfen so, ein Team zu nähren und besonders schöne Blüten zu entfalten.

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  • Stärken im Team zur Entfaltung bringen: Rawpixel - iStockphoto